Buchpräsentation: Ursula Baatz "Erleuchtung trifft Auferstehung"
Das Erwachen des Buddha und die Auferstehung Christi sind Ereignisse, die den Lauf der Geschichte verändert haben - denn aus beiden entstanden große religiöse Traditionen. Seit zwei Jahrtausenden sind Buddhismus und Christentum immer wieder flüchtig miteinander in Berührung gekommen. Doch unter dem Vorzeichen der Globalisierung entfaltet sich eine neue Dynamik. Aus der Begegnung zwischen dem deutschen Jesuiten H.M. Enomiya-Lassalle und dem japanischen Zen-Meister Yamada Koun vor rund 40 Jahren ist etwas Neues entstanden - eine Verbindung von Christentum und Zen-Buddhismus.
Für die einen ist es ein Skandal, für die anderen eine Zukunftschance, dass Christen buddhistische Meditation nicht nur üben, sondern auch lehren. Doch wie Erleuchtung und Auferstehung zusammen passen, darüber bestehen höchst unterschiedliche Auffassungen auch unter den Zen-Lehrern mit christlichem Hintergrund.
Ursula Baatz, Autorin der Biographie des Zen-Lehrers Hugo M. Enomiya-Lassalle SJ, ist mit der Geschichte der Begegnung von Christentum und Zen-Buddhismus bestens vertraut. In ihrem neuen Buch unterzieht sie die Ansichten der Zen-Lehrer mit christlichem Hintergrund - etwa Willigis Jäger oder Niklaus Brantschen - einer kritischen Analyse. Dazu stellt sie hierzulande weniger bekannte Zen-LehrerInnen aus Spanien, Indien oder den Philippinen vor. Das Ergebnis ist ein Blick in das Zukunftslabor christlicher Spiritualität - denn z.B. für asiatische Christen stellen sich ganz andere Fragen an das Verhältnis von Buddhismus und Christentum als für europäische Christen.




