Sunday 5. February 2012

Inhalt:

Buchpräsentation

Knapp, Andreas; Wolfers, Melanie
Glaube der nach Freiheit schmeckt
Eine Einladung an Zweifler und Skeptiker

 

Am Do, 19.11.2009 um 19.30

Vorstellung des Buches durch die Autoren:

Dr. Melanie Wolfers, SDS und Pater Dr. Andreas Knapp

 

Kritische Würdigung:

Weihbischof DDr. Helmut Krätzl 

 

Gespräch/Diskussion mit den Autoren:

Weihbischof DDr. Helmut Krätzl

Dr. Alexander Zach, Studium der Lebensmittel- und Biotechnologie

(Universität f. Bodenkultur), Roche Austria

Moderation: Dr. Hubert Philipp Weber, Theolog. Fakultät der Universität Wien

 

Warum sind Menschen heute noch so verrückt, an Gott zu glauben?

 

Weil der Glaube uns Freiheit, Selbstvertrauen und Gelassenheit beschert – davon sind beide Autoren überzeugt. Unterhaltsam, frisch und undogmatisch beschreiben sie den Kern einer zeitgemäßen Religiosität und weichen auch kritischen Anfragen an das Christentum nicht aus. Was sie dabei vorantreibt, ist der leidenschaftliche Versuch, den Glauben an Gott und ein modernes Weltbild miteinander zu verbinden und so auch entsprechend zu leben.

 

»Durch dieses Buch weht ein Wind, der mich umgehauen hat. So spritzig und fröhlich kann der christliche Glaube sein!« Werner Tiki Küstenmacher

 

»Die beiden Autoren diskutieren ihren Glauben auf eine ganz lebensnahe und einladende Weise.« Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

 

 

Auch wenn Melanie Wolfers und Andreas Knapp als »Nonne« und »Mönch« leben, so tun sie dies nicht zurückgezogen im Kloster, sondern stehen mitten im Leben: er als Packer am Fließband und als Schriftsteller, sie in der Seelsorge und in der Erwachsenenbildung. Und beide kennen die übliche Frage: »Wie kannst du an Gott glauben – du bist doch eigentlich ganz vernünftig?« Auf der Suche nach einer überzeugenden Antwort haben sie sieben Tage lang heftig miteinander diskutiert: über Schöpfungsglaube und Evolutionstheorie, über Religion und Gewalt – aber auch über das Gottesbild von Juden, Christen und Muslimen, über Jesus und die Kirche. Das alles mündete in die entscheidende Frage: Wie kann der Jahrtausende alte Glaube an Gott heute so verstanden und gelebt werden, dass er dem Menschen Freiheit schenkt und Verantwortung für sich und andere ermöglicht? Vor dem Hintergrund des naturwissenschaftlichen Weltbilds, eines modernen Lebensgefühls und ihrer individuellen Erfahrungen zeichnen die Autoren das lebendige Bild eines zeitgemäßen Christentums. Wer glaubt, so ihr Resümee, verfügt über einen zuverlässigen Kompass, der den Weg weist durch einen Alltag voller Zweifel und Herausforderungen.

 

Andreas Knapp war Direktor des Theologenkonvikts im Erzbistum  Freiburg, bevor er sich 2000 dem Orden der Kleinen Brüder vom Evangelium anschloss. In der Tradition der französischen Arbeiterpriester war er zunächst in Frankreich, später im Hochland von Bolivien tätig und lebt seit 2005 in Leipzig. Er hat mehrere Bände mit geistlichen Gedichten veröffentlicht und gilt als einer der bekanntesten spirituellen Lyriker Deutschlands.

 

Melanie Wolfers arbeitete nach ihrer Promotion in Theologie als Hochschulseelsorgerin an der Universität München. 2004 schloss sie sich den Salvatorianerinnen an und ging nach Palästina, wo sie Sozialarbeit in der Westbank leistete. Heute lebt Melanie Wolfers als Salvatorianerin in Wien und leitet IMpulsLEBEN, ein Zentrum für junge Erwachsene, das Angebote zur Verbindung von Spiritualität und sozialer Verantwortung macht.

Christ in der Gegenwart, 18. Oktober 2009 (CiG 42/2009, S. 474)

 

Knapp, Andreas / Wolfers, Melanie: Glaube, der nach Freiheit schmeckt

Eine Einladung an Zweifler und Skeptiker

 

Das Buch besticht durch die Kombination aus Leichtigkeit und Tiefsinn. Fast plaudernd führt es an die christlichen Glaubensgeheimnisse heran: kurze Sätze, witzige Wendungen, zahllose Vergleiche, Klarheit der Gedankengänge auch für jene, die sich bislang nicht mit religiösen Fragen auseinandergesetzt haben, Verzicht auf dogmatische Fachbegriffe. Im Unterschied zu mancher Bekenntnisliteratur, die sich am eigenen Wortwitz berauscht, sich mit dem persönlichen Zeugnis begnügt oder religiöse Problemfelder ausspart oder glättet, bleibt dieses Buch argumentativ. Es ist theologisch dicht, religionsphilosophisch gesättigt und im Hinblick auf die religiösen Fragen auf der Höhe der Zeit.
Fördert der Ein-Gott-Glaube Gewalt? Lassen sich Evolution und Schöpfungsgedanke verbinden? Wer war Jesus? Keinen Geringeren als den Evolutionsbiologen Richard Dawkins und seine atheistischen Weggefährten haben sich die Autoren als Gegenspieler ausgesucht. Dabei machen sie atheistische Positionen nicht lächerlich, sondern verfahren strikt nach dem Motto: These - Gegenthese. Auch Denkmodelle anderer Religionen werden kurz vorgestellt. Das Leben Jesu wird über weite Passagen paraphrasierend nacherzählt. Durch die gegenseitigen Kurzinterviews erfährt der Leser vom Glaubensweg der Autoren.
Andreas Knapp ist Priester, der sich nach Tätigkeiten als Studentenpfarrer und Direktor des Freiburger Priesterseminars den „Kleinen Brüdern vom Evangelium" anschloss, längere Zeit in Bolivien arbeitete und heute mit zwei Mitbrüdern in einer Plattenbausiedlung in Leipzig lebt. Melanie Wolfers ist als Salvatorianerin in Wien unter anderem in der Bildungsarbeit tätig. Man merkt dem Buch an, dass es im Kontext atheistischen Denkens entstanden ist und dass es sich besonders auch an nachdenkliche Nichtglaubende richtet.

Michael Schrom

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